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Shin Shunkaden ~ Informationen

Shin Shunkaden ist eine ins 18. Jahrhundert verlegte Version eines Motivs des koreanischen Klassikers Shunkouden, beschreibt aber im Gegensatz zum Original die Protagonistin Chu Nyan als moderne Frau.
In den letzten Jahren hat sich, auch unter dem Einfluss des so genannten Korea-Booms, ein gesteigertes Interesse an koreanischer Kultur entwickelt. Doch der Manga, um den es hier geht, wurde bereits 1992, lange vor diesem Boom, veröffentlicht. Damals als eine Geschichte, die auf einem Stück klassischer koreanischer Literatur beruhte und sogar als Drama-CD erschien, ein absolutes Novum. Doch die Wahl des Stoffes ist nicht untypisch für CLAMP, die immer wieder in der ein oder anderen Form die Essenz ostasiatischer Kultur in ihre Mangas einfließen lassen.
Die zugrunde liegende Erzählung Shunkouden spielt im Korea der Goryen-Dynastie (918 - 1392) und beschreibt die reine, alle Standesschranken überwindende Liebe zwischen der Kiisen (auf Japanisch würde man Geisha sagen) Chu Nyan Song und Mon Ryon Lee aus der Yangban-Oberschicht. Ein klassischer Stoff, der sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreut und sich oft in koreanischen Filmen und Theaterstücken wiederfindet. Auch in Shin Shunkaden treten Chu Nyan und Mu Ron auf, doch Chu Nyany Darstellung weicht vom Original ab. In beiden Versionen ist sie unnachgiebig gegenüber Machtmissbrauch, aber während sie im Originaltext als keusche Frau auftritt, die gegen die Drohungen der dekadenten Oberschicht ihre reine Liebe zu Mon Ryon durchsetzt, ist sie in Shin Shunkaden ein tapferes und wagemutiges Mädchen, das die lasterhaften Adligen zum Kampf herausfordert. Diese neue Darstellung der Chu Nyan als moderne, selbstständige Frau fand in Japan, aber auch in Korea viel positive Resonanz.
Die Stelle, in der Mu Ron mit seinem mit einem Pentagramm versehenen Bergkristall seine Identität als Amen Osa preisgibt und die lasterhaften Adligen bestraft, erinnert in ihrer Dramatik durchaus auch an japanische Historiendramen wie Abarenbo Shogun oder Mito Komon. Hier verschmelzen koreanische und japanische Kultur zu einem harmonischen Ganzen.